family wintertour 2004 © alter Cherusker
   
 

Und schon begann das wilde und gefährliche Elbsandsteingebirge, in dem die Dämonen der Leidenschaften ihre Wohnstätten haben. Zwar bot es sich unseren Blicken als ein freundliches, in grelles Schneelicht getauchtes Felsenland dar, doch erhoben sich über den üppig bewaldeten Kegeln in einem opalisierenden Braun getaucht furchtbar nackte Felsen, deren Grate die Wolken zerfetzten. Hier also begannen die Geheimnisse und die Rätsel dieses Gebirges, das so Legenden umwoben gilt.

Stille herrschte, die wie ein ewiges Knistern fühlbar war, in der es weder Hall noch Echo zu geben schien, und die jegliche Laute in sich aufnahm, geheimnisvoll, so wie ein tiefes Wasser einen Stein in sich aufnimmt, den man hineinwirft. Wir schritten die stufen hinauf, und immer war es, als hätten wir soeben den blauen Schatten des Bergwaldes betreten. Der Sinn dieses reglosen Waldes, heute so unbetreten, so unberührt und musste wohl durch dieses knisternde Schweigen seinen Ausdruck finden.

   
Elbsandsteingebirge

    Das Elbsandsteingebirge ist ein waldreiches Bergland zwischen dem Lausitzer Gebirge und dem Erzgebirge, im Süden auf die Tschechei (Decinske steny) übergreifend, auch Sächsisch-Böhmische Schweiz genannt. Das Elbsandsteingebirge ist aus Quadersandstein aus der oberen Kreide aufgebaut und durchschnittlich 400 m, im Großen Zschirnstein 561 m, im Decinske Sneznik bis 726 m hoch. Die Elbe durchbricht das Elbsandsteingebirge in einem tiefen, engen Tal, in das gewundene, klammartige Nebentäler münden, mit Tafelbergen wie der Lilienstein (415 m), der Königstein (360 m) mit seiner Festung, der Pfaffenstein (427 m), Schrammsteine (386 bis 417 m), Waldschluchten und stark zerklüfteten Felsen (Bastei).

 
Fotoimpressionen
 
Schrammsteinweg
 
Ostrauer Mühle

Nun begann ein wahres Abenteuer. Der Schrammsteinweg führte uns über einen Grat über Stock und Stein, vereiste Leitern und Treppen. Zu beiden Seiten fielen die Wände senkrecht nach unten. Wolkenschwaden schwebten in leiser Unruhe tastend zwischen den Felsen. Wie ein Bild der Schwermut standen Felstürme im Dämmerlicht. Tief im Tal und von Dunst bedeckt schlängelte sich das schwarz schimmernde Band der Elbe. Hier oben, in dieser wild zerrissenen Landschaft hörten wir die Stimme der Berge und das gedämpfte Dröhnen der Felsen. Die Stimmen der Felsengeister schlugen wie hallender, zitternder Gongschlag an unsere Ohren.


Auf dem Schrammsteinweg

Ein sehnsüchtiges Klingen, Singen, Jauchzen. Der Wind zerrte am Wolkengrau, aus dem die Geister kicherten. Mühsam der Weg mit den dunklen Tiefen. Wolken, wie wilde graue Stuten, holten uns ein. Sie kamen aus tiefster Tiefe und düsteren Klüften. Dann fiel in dichten Flocken Schnee auf die Felswände. Die Spannung zwischen unseren Urängsten und dem Bedürfnis, sie zu meistern erforderte unsere ganze Aufmerksamkeit.


Felsen am Zurückesteig
Wanderquartier Ostrauer Mühle

Welchen Weg nehmen wir?

Nationalpark Sächsische Schweiz

Das Kletter- und Wandergebiet liegt im Bundesland Sachsen. Es ist im Norden von den Ausläufern des Lausitzer Berg- und H?gellandes, im Westen von Dresden und dem Osterzgebirge begrenzt. Im Süden und Osten setzt es sich als "Böhmische Schweiz" auf dem Territorium von Tschechien fort.

Bewusst wurde von Anfang an beim Klettern auf künstliche Hilfsmittel verzichtet. Daraus ist die heute weltbekannte Form des "free climbing" entstanden. Die Besonderheiten liegen in den hohen Anforderungen an die spezielle Sicherungstechnik und dem Einschätzungsvermögen des eigenen Könnens sowie im Erkennen seiner eigenen Grenzen.

Mit derzeit etwa 1100 Klettergipfeln und 15000 Kletterrouten gehört die Sächsische Schweiz zu den bedeutendsten Klettergebieten Europas und der Welt.

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