© Roland, der alte Cherusker 2002

 
 

   Mallorca - eine Insel mit Charme...doch ich kam mit Vorurteilen. Fernsehbilder von gewaltigen Bettenburgen, aus Eimern trinkenden Touristenhorden und von lüsternen Orgien rund um den Ballermann - ein Sodom und Gomorra - hatten mein Bild von der Insel beeinflusst. Deshalb habe ich mich auch viele Jahre gegen eine Reise auf diese Insel gewehrt.

 
 

...malerische kleine Sandbuchten am ultramarinblauen Mittelmeer, ockergelbe Kalksteinfelsen, die sich tausend Meter gen Himmel strecken; einsame Kastelle erheben sich als Miradors (Aussichtspunkte)hoch über die Ebene; romanische Madonnen laden ein zum Gebet, stille Klöster zum Verweilen, rotierende Windmühlen rufen Erinnerungen an Don Quichote wach, ausgedehnte Olivenhaine und Mandelplan- tagen lassen Blütenmeere Im Frühling erahnen, hochwachsende Dattel- palmen und stachlige Feigenkakteen zeigen ihre prächtigen Fruchtstände, feenhafte Tropfsteinhöhlen verwandlen sich in könig- liche Paläste, herbstlich-freundliche Mallor- quiner verkauften auf farbenprächtigen Märkten Tonwaren, Körbe und allerei Obst und Gemüse - alle zusammen malten mir ein buntes und kontrastreiches Bild Mallorcas.

Mallorca überraschte mit überwältigen Ausblicken auf anmutige Meeresbuchten, schroffe Felslandschaften, spiegelnde Berg- seen, zerklüftete Küstenlandschaften, ein- same Kletterpfade, schwindelerregende Ser- pentinen, mittelalterliche Architektur, feudale Fincas, blühende Gärten mit prächtigen Blumen, blaue Fischerboote und weiße Yachten.

  Mallorca  
Die Insel Mallorca

   Es wirkt wie ein Wunder, dass diese Insel von nur 3.640 Quadratkilometern angesichts der Touristen- massen noch Platz für einsame Wanderer bietet. Man muss kein Yachtbesitzer sein, um noch kleine Buchten ohne kunterbunten Badebetrieb aufzuspüren, an denen das leise Rauschen der wellen und der Gesang der Grillen den Ton angeben. Es ist auch nicht notwendug, einen der zahlreichen Gipfel der Serra de Tramuntana zubesteigen, um mit sich und der Natur allein zu sein. Oft genügt schon ein kleiner Sapziergang über die Felsklippen um die Ecke - und siehe da: keine Mensch.

 
Fotoimpressionen
 
Badespaß in Calas
 
Felsen beim Castell dŽAllaró

Wir hatten Deutschland bei kühlem und regnerischen Oktoberwetter verlassen. Nach langen Jahren gesellte sich auch unser erwachsener Sohn Sascha zu uns. Und wir verließen den Flieger in Palma bei frühlingshaften Temperaturen von 25 Grad. Der Wind wirbelte einigen Staub in der trockenen Hochebene auf bei unserer Fahrt an die Ostküste. Von Manacor schlängelte sich eine schmale Straße leicht nach Süden bis zu unserem kleinen Urlaubsort Calas de Mallorca. Uns erwartete eine gemütliche und komfortable Ferienwohnung in lichten Tönen, umgeben von prächtigen Palmen und blühenden Hibiskus. Der kleine Ort wirkte von Touristen verlassen. Die Händler und Gastwirte hatten begonnen, sich auf die Wintersaison einzustellen. Die einzige Diskothek am Ort veranstaltete den letzten Tanz.

Badefreuden im Oktober
Badefreude in Calas de Mallorca

Uns hielt es nicht lange in der Stube. Hinaus ans Meer war das Motto. Also ab in die kleine Badebucht von Calas, wo sich nur wenige Sonnenhungrige tummelten. Die erste Bucht war wenig erquicklich, hier hatte der letzte Wintersturm zu viele scharfkantige Steine angespült. Doch ein paar Meter weiter,reflektierte gelber Sand den Schein der Mittagssonne.

Eine flotte Brise wehte vom Meer her und brachte geschwind Welle an Weele heran, die sich schäumend an den vorgelagerten Wellen brachen. Ausgelassen wie Kinder tacuhten wir in die Wellenberge ein und genossen die Gischt wie das Bad in einem Whirlpool.

Es war, als hätten wir die Chance, neu geboren zu werden. Um uns herum das sprudelnde Meer, die Felsen, die ihre Farbe vom Gelb ins Ocker färbten mit dem Lauf der Sonne, der warme Sand, der azurne Himmel mit weißen Wattebäuschen...

Felsen beim Castell dŽAllaró

Bucht von sa Calobra

Flora und Fauna

Mallorca ist immer grün. Etwa 1.500 Pflanzenarten kennt man auf der Insel, darunter allein hundert Orchideenarten. Sommergäste erfreuen sich am rotlila Farbenrausch der Bougainvillea, die Hauswände und Torbogen überrankt, am Oleander, der ganze Straßenzuüge säimt, am Hibiskus und an haushohen Palmen, die vor allem Hotel- und Privatgärten, Parks und Straßen zieren.

Hibiskusblüte

Nach den ersten Regenfällen im Herbst beleben zitronengelber Sauerklee und orangefarbene wilde Ringelblumen die Natur. Steineicheneälder bedecken die Serra de Tramuntana, in den ausgedehnten Aleppokiefernwäldern ertönt der Gesang der Zikaden.

So reich die Insel an Pflanzen ist, so arm ist an Tieren. Wildkaninchen, Hasen, Marder, Ratten und Mäuse sowie zahlreiche Vogel- und Insektenarten bestimmen die Inselflora

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