allgemeines
bevoelkerung
geschichte
kunst
literatur
malerei
musik
natur
oeconomie
wetter
Reiseführer
- Internetversion
- die CD-Rom
- Druckversion
fotos

Jahrhundertelang besaßen die Kirgisen kein Schrifttum. Das grandiose Epos "Manas" (seine vollständige Version in der dichterischen Fassung umfaßt mehr als 400.000 Zeilen) wurde mündlich von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Hierbei verlieh natürlich jeder Interpret dem Epos etwas Eigenes und war in dieser Hinsicht Mitverfasser dieses einmaligen Werkes.

Das Epos Manas ist eine künstlerische Chronik des kirgisischen Volkes, ein Enzyklopädie seines Lebens und seiner Kunst. Daher dient es den Nachfahren als eine Quelle des Wissens über die Nation. Heldentaten und Phantasie, Dichtkunst und Drama, Humor und Satire, vor allem aber die Philosophie des Volkes fanden Eingang in das Epos. Das Manas umfaßt in seiner mündlichen Form die unterschiedlichsten Genres: künstlerische Prosa, Vokal- und mitunter auch Instrumentalmusik.

Seine tausendjährige Existenz verdankt das Manas den Manastschi, den Interpreten. Er war Regisseur und einziger Schauspieler des epischen Theaters. Gute Manastschi hielten und halten die Zuhörer über Stunden allein mittels der verzaubernden Kraft ihrer Worte in Bann. Sie galten und gelten als hochangesehene Persönlichkeiten. Als einer der bedeutendsten Manastschi des 20. Jahrhunderts gilt S. Karalajew.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts, als die russische Schriftsprache Einzug in die intellektuellen Kreise des kirgisischen Volkes hielt, begann die Geschichte der Literatur der Kirgisen. Bekannteste Vertreter dieser Zeit waren Toktogul Satülganow (1864-1933), Bejümbet Abdrachmanow (1860-1942) und Kalük Akiew (1883-1939).

Nach der Eingliederung Kyrgyzstans in die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken begann das Zeitalter des sozialistischen Realismus. Zu den wichtigsten Vertretern zählen die Dichter T. Sydykbekow, A. Tokombaew und K.I. Skrjabin.

Weltberühmt ist der noch heute lebende DichterTschingis Aitmatow, der mit seinen Romanen und Erzählungen, am bekanntesten ist "Djamila", die in viele Sprachen übersetzt wurden, das Leben und Fühlen der Kirgisen eindrucksvoll schildert.