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Die ältesten Zeugnisse sind meist geistliche Dichtungen nach lateinischen Quellen; nur das »ältere Hildebrandslied« (810 bis 820), ein Heldenlied, blieb davon unberührt. Wichtigstes Werk der mittelhochdeutschen Zeit ist das Nibelungenlied; im Minnesang und im höfischen Epos wurde die aus Frankreich stammende Kultur des christlichen Rittertums gestaltet. Am Ende des Mittelalters wurde die ritterliche von der bürgerlichen Dichtung abgelöst, der Minnesang vom Meistersang. Von Italien her wirkten Humanismus und Renaissance auf die deutsche Literatur, die auch durch Luthers Reformation und Bibelübersetzung (1522 bis 1534) entscheidend geprägt wurde.

Die neue höfische Kultur des Absolutismus fand Ausdruck in der Barockdichtung (A. Gryphius, Angelus Silesius). Ihr folgte die Literatur der Aufklärung (J. C. Gottsched, C. F. Gellert). Höhepunkt ist die von F. G. Klopstock, G. E. Lessing, J. G. von Herder und dem Sturm und Drang vorbereitete Weimarer Klassik (J. W. von Goethe, F. von Schiller).

Die Romantik (u. a. A. von Arnim, C. Brentano, die Brüder Schlegel) gab den Anstoß zu einer auf ganz Europa wirkenden geistigen Bewegung. in der 2. Hälfte des 19. Jh. bestimmten die Prinzipien des Realismus die d. L. (T. Fontane, W. Raabe, T. Storm). Gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. wurde die realistische Schreibweise zwar weiter praktiziert (u. a. T. und H. Mann), jedoch entwickelten sich parallel dazu andere, z. T. gegensätzlich orientierte künstler. Richtungen wie Naturalismus, Neuromantik, später Expressionismus und neue Sachlichkeit.

In den 1930er-Jahren wurden zahlreiche Schriftsteller ins Exil getrieben (A. Seghers, T. und H. Mann, A. Döblin, K. Tucholsky und viele andere). Die dt. Nachkriegsliteratur knüpfte an die literarischen Traditionen von vor 1933 an und nahm Strömungen der internationalen Moderne (J.-P. Sartre) auf; Mitglieder der Gruppe 47 beeinflussten bis in die 1960er-Jahre die d. L. Als ihre maßgebliche Repräsentanten gelten H. Böll und G. Grass.

Die Literatur in der DDR wurde zunächst von den zurückgekehrten Emigranten bestimmt (B. Brecht, A. Seghers, S. Heym, A. Zweig, S. Hermlin); von den Autoren der folgenden Generationen wurden u. a.C. Wolf, H. Müller, H. Kant,E. Strittmatter, U. Plenzdorf, P. Hacks, und V. Braun auch international bekannt.