historisches
 
 
 
 

Von Pölnitz (Pöllnitz). Dieses wichtige und über ganz Deutschland verbreitete Geschlecht gehörte seiner Abstammung nach zum sächsischen Uradel. Seine Wiege war in den Ortschaften Ober-, Mittel-, Nieder- ,Buch-, Stein-, Mühlenpöllnitz in Sachsen-Weimar.

Als erster wird Gottschalk von Pöllnitz 1228 urkundlich erwähnt. Stamm und Wappensgenossen waren derer von Metsch, welche 1703 den Grafenstand erhielten, deren Namen und Wappen die Fürsten von Khevenhüller-Metsch geerbt haben.

Hans Bruno von Pöllnitz, fürstlich sächsischer Rat und Hofmeister, dann fürstlich bischhöflicher Bambergischer Oberamtmann zu Kupferberg (gestorben 1592) verpflanzte sein Geschlecht dauerhaft nach dem deutschen Süden (Franken). Der eine seiner Söhne ist Stammvater der Linie auf Aschbach, der andere der Linie zu Heinesgrün, zu welcher die Häuser Frankenberg, Crailsheim und Attenkirchen gehören.

Die Aschbacher Linie erhielt in der Person des Bamberger Geheimrates Obermarschall Hieronimus Christoph von Pöllnitz vom Kaiser Leopold den Freiherrenstand.

Gerhard Bernhard von Pöllnitz, vormals mit Eleonora von Kassau, einer Verwandten der ersten Gemahlin des großen Kurfürsten und bei diesem in hoher Gunst, war Gouverneur von Berlin, Kommandeur der Garde zu Fuß, Staatsminister und stand in der Schlacht von Berlin.

Gottfried Friedemann von Pöllnitz trat aus brandenburgisch-bayrische in herzoglich würtenbergische Dienste und wurde 1716 Vizepräsident des edlen Oberrates.

Karl Ludwig von Pöllnitz war unter König Friedrich Wilhelm von Preußen Kammerherr und Mitglied des Tabakskollegiums, unter Friedrich dem Großen war er Oberzeremonienmeister, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und auch Verfasser seiner Memoiren, die schon zu seinen Lebzeiten in viele fremde Sprachen übersetzt wurden.

Die Erbtochter des Freiherren Ludwig von Pöllnitz auf Reinheim bei Darmstadt, Dorothea, heiratete 1798 den rheinischen Oberleutnant Justus Martin Willich. Dieser wurde darauf vom Großherzog Ludwig von Essen 1810 unter dem Namen Willich genannt von Pöllnitz in den Adelstand erhoben.

In Bayern wurden 1812 bis 1814 alle Mitglieder des Geschlechts bei der Freiherrenklasse des Adelsmatrikels eingetragen.

Stammwappen: im weißen Feld ein blauer Sparren, der Helm ist mit zwei blau - weißen Hörnern und weißblauen Balken belegt, die decke ist blauweiß, die Krone Gold.

Entnommen einer Dokumentation aus einem voraussichtlich Münchener Kalender