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Schägerin Uta und Bruder Frank

Uta und Frank

Bofinger, Jahrgang 1963, ist eigentlich Künstler - vielleicht eher Lebenskünstler. Nein Bergsteiger, Bergwanderer? Doch wieso eigentlich Lehrer?

Vielleicht kann der alte Cherusker ihn noch einmal dazu überreden, mit ihm in den Tian Shan zu reisen oder um den heiligen Berg Keilash zu wandern.


Der alte Cherusker hörte mit großer Aufmerksamkeit zu. Alles nahm er lauschend in sich auf, all das Suchen, all das Verlangen, all die Sehnsucht. Ohne daß er ein Wort gesprochen hätte, empfand Bofinger, wie sein großer Bruder, dem selbst so viele Zweifel plagten, seine Worte in sich einließ, still, offen, wartend, wie er keines verlor, keines mit Ungeduld erwartete, nur zuhörte. Und die Brüder empfanden, welch ein Glück es ist, einen solchen Zuhörer zu finden, in ein vertrautes Herz das eigene Leben zu versenken, das eigene Suchen, das eigene Leiden. Eine stille Freude kam in ihnen auf, einen Gesprächspartner gefunden zu haben, dem eine Seelenverwandtschaft zu ihrer Gedankenwelt innewohnte. Lange saßen sie noch auf ihrem Baumstamm am sterbenden Feuer, schwiegen und lauschten der Stille des Waldes, dieser unvernehmbaren Stimme des Lebens, der Stimme der Vergangenheit, des Gegenwärtigen und der des ewig Werdenden. Und eine Aura von trauriger Glückseligkeit und grenzenloser Vertrautheit ummantelte die beiden Brüder.

aus Der weisse Berg